Tabak Jurewicz

Neumarkt Special 2002



Markenname: Tabak Jurewicz
Hersteller: K&K
Mischung: Virginia
Schnittbreite: ca. 1,5 mm dicke knapp 18cm lange Flakes (6" Flakes)
Typ: leicht aromatisiert
Stärke: medium

Dieses Review entstand im Rahmen eines Daft-Blindtests
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Der Tabak duftet nach Heu, virginiatypisch nach etwas Zitrusfrucht aber auch leicht nach Nelken. Das Tabakbild zeichnet sich durch einen goldgelben Virginia aus, der einem wunderschön entgegenstrahlt. Ich habe zum Einbringen in die Pfeife mehrere Methoden versucht, zerbröseln war IMO die beste zumal der Tabak ohnehin nicht sehr fest gepresst war.

Nach dem Stopfen ist der Tabak etwas "mürrisch" zum anzünden, brennt aber dann, wenn er einmal glimmt gut ab. Man braucht halt nur etwas um die gesamte Oberfläche ans Brennen zu bekommen.

Der erste Eindruck setzt den Geruchstest fort, man schmeckt einen typischen, heuig-fruchtigen Virginia. Leider geht aber auch sofort ein wenig das für mich ebenfalls virginia-typische Beißen einher, welches aber nach ein paar Zügen nicht mehr so stark ins Gewicht fällt. Man merkt aber sofort, mit was man es zu tun hat.

Geschmacklich geht er für mich in die Richtung des Ashton Golden Flake, des Richmond Navy Cuts und des Capstan (gelb), aber er hat vielleicht auch etwas vom Scottish Flake von McConnell.

Der Tabak brennt für mich relativ unspektalär herunter. Es stellt sich zumindest für mich kein Aha- und Oho-Effekt ein. Virginia-Fans mögen das anders sehen. Der Geruch ist tabakecht und nicht unbedingt geeignet für Nichtraucher-Haushalte, dafür riecht er zu sehr nach "Zigarette".

Durch die Nase ausgeatmet kommen dann auch wieder die Nelken ein wenig durch, die dem Tabak ein wenig Würze und Aroma geben, ist er doch sonst recht neutral schmeckend. Das Beißen auf der Zunge setzt sich aber nach dem ersten Drittel erneut fort, bleibt aber auch hier nicht lang. Man merkt nur, daß der Tabak sich etwas verändert.

Das zweite Drittel wird dominiert von einem kräftigen Virginia-Geschmack, naturbelassen und ehrlich. Feine Nuancen vermag ich nicht rauszuschmecken. Es bleibt bei zitrusfruchtig und heuig, was sich
auch nicht groß ändert. Zum Ende hin hatte ich immer ein paar Kondensat-Probleme, aber die kenne ich schon von hellen Virginia-Flakes und wunderten mich nicht. Ich führe das aber darauf zurück, daß ich
nicht genug Übung habe, was solche Flakes angeht, da ich eher Mixtures rauche.

Auch wurde er mir leicht heiß, aber keinesfalls gefährlich heiß. Ich habe es nur bemerkt, daß die Pfeife leichter dazu neigte. Hierdurch wird natürlich auch ein Sottern begünstigt.

Das letzte Drittel zeichnet sich dann etwas nikotinreicher ab und der Tabak zeigt, daß er nicht gerade superleicht ist. Ich will und würde ihn nicht als "stark" bezeichnen. Da gibt es sicher andere, aber - das ist vielleicht auch Tagesform-abhängig - ich habe doch gemerkt, daß die Füllungen vielleicht etwas groß bemessen waren, auch wenn es sich "nur" um eine normalgroße Pot gehandelt hat. Für eine dritte, kleinere Füllung hat es dann aber nicht mehr gereicht, als daß ich hier einen Vergleich hätte anstellen können.

Außerdem entwickelte er ansatz- und erstaunlicherweise ein leicht fruchtiges Aroma in Richtung Beeren, jedoch nicht aufdringlich oder hervorstechend.

Zum Schluß vermengt sich die graue Asche etwas mit dem Kondensat und dann ist auch schon Schluß. Keine großen Überraschungen (mit Ausnahme des Beeren-Aromas, was aber nicht ausgeprägt genug war), keine besonderen Vorkommnisse.

Fazit:
Dieser Tabak ist ein waschechter, guter Virginia-Flake, den Liebhaber dieser Flakes sicher zu schätzen wissen. Ich für meinen Teil bleibe da aber lieber beim "Best Brown Flake" oder dem "Germain's Brown Flake", haben diese doch für mich - geschmacklich - mehr zu bieten. Dieser Flake ist mir zu langweilig virginia-typisch - für andere mag jedoch genau das den Reiz auszumachen.