Huber 16


Markenname: Pfeifen Huber
Hersteller/Importeur/Vertrieb: K&K
Mischung: Virginia, Perique, Latakia
Schnittart: Mixture (langfaserig, englischer Schnitt)
Typ: naturbelassen, englisch
Stärke: medium bis kräftig
VE: 100g
Preis: z.Zt. 13,90€/100g

Herstellertext:
„Sie ist unsere älteste englische Latakia-Mischung. Die kräftige Mixture aus Bright Virginia und Perique bester Lagen wird mit hohem Anteil von Syrian Latakia zum Klassiker mit dem charakteristischen Geschmack der berühmten Anbauregion.“

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„Aha“ ist das erste was mir in den Sinn kommt, wenn ich den Text lese. Welche Anbauregion? Die des Virginia? Die des Perique? Etwa die des syrischen Latakias? Wie auch immer, damit wollte ich mich nicht aufhalten.

Vor ein paar Jahren habe ich den Huber 16 zum ersten Mal geraucht, weil ich eine Dose von einer Bekannten geschenkt bekommen habe und ich muß sagen, ich habe ihn damals regelrecht verschlungen. Nun ist einige Zeit ins Land gegangen und ich habe viele andere Tabake konsumiert, bis ich mich vor ein paar Wochen entschloss, den H16 wieder zu bestellen. Ich hatte mal wieder Lust auf einen „anderen“ Engländer als die, die ich sonst in meiner Bar hatte und erinnerte mich eben an diesen Tabak.

Mittlerweile ist die erste Dose verqualmt, die zweite zur Hälfte geleert und ich habe festgestellt, daß ich diesen wunderbaren Tabak (ich will eigentlich nicht zuviel vorwegnehmen, aber das ist er wirklich!) noch nicht reviewed hatte. Da ich auch mal wieder Lust hatte ein Review zu schreiben, komme ich nun zum Wesentlichen:

Der H16 ist ein typischer Vertreter der kräftigen englischen Mischungen, das vermittelt er bereits zweifelsohne, wenn man die Dose öffnet und einem der Geruch des Latakia in Kombination mit der leichten Süße des Virginia in die Nase steigt. Kräftig jedoch in dem Sinne, daß er halt "riecht", was nicht zu verwechseln ist mit seinem Geschmack. Ein Vorurteil, daß leider allen Latakia-lastigen Mischungen immernoch anhaftet.

Das Tabakbild ist geprägt von goldgelben bis mittelbrauen langfaserigen Tabakstreifen, durchsetzt mit glänzend tiefschwarzen Streifen des Latakia. Er ist für meinen Geschmack zunächst noch ein wenig zu feucht und klebrig, jedoch kann man getrost bereits die erste Füllung normal stopfen, so wie man eben nur englische Mischungen stopfen kann: Einfach den Tabak in einer großzügigen Menge zwischen die Finger nehmen und ohne besonderes Augenmerk auf irgendwelche Stopftechniken oder Konventionen in die Pfeife einbringen, ggf. das Ganze nochmal wiederholen, alles überschüssige abzuppeln und dann einfach anzünden.

Bereitwillig lässt er dies zu und schon füllt sich der Mund nach den ersten Zügen mit dem wohlig rauchigen Geschmack und der Milde, die der Latakia mit sich bringt, gleichzeitig schmeckt man aber auch die Würze des Perique, der den Tabak so kräftig werden lässt. Den Virginia als eigene Komponente merkt man ebenfalls, wenn auch nur leicht hintergründig mit seiner feinen Süsse, zugleich aber auch etwas säuerlich, die den Tabak jedoch harmonisch abzurunden vermag.

Über die Füllung hinweg, vermag er nicht mehr zu überraschen oder sich zu wandeln. Gemütlich und recht einfach, brennt er herunter, so wie ich das eben bei englischen Mischungen zu schätzen weiß. Gelegentlich brauchts den Stopfer um den Tabak nachzudrücken, geschieht dies ein wenig zu spät zündet man halt noch mal nach, dies wird jedoch wie bei vielen anderen Tabaken nicht bestraft und mit Gurgeln oder Sottern quittiert, sondern man zündet eben nur nach.

Er lässt sich trocken bis zum Schluß rauchen, wo man dann eben nur ein Häufchen feiner graupudriger Asche aus dem Pfeifenkopf klopft und sich leider jedoch auch ein wenig Enttäuschung breit macht, daß die Füllung bereits zu ende geraucht ist.

Für mich steht der Huber 16 auf einer Stufe mit den guten alten Dunhill-Mischungen aus der Pre-Orlik-Ära, einigen der hochkarätigen GLP Mischungen (wie dem Westminster, den ich sehr schätze) und doch ist er auch eigen, denn der Perique (den man zwar auch von Nightcap her kennt) sorgt für eine willkomme Abwechslung. Er ist ein wenig Perique-lastiger als z.B. der Nightcap, aber auch weicher und vollmundiger. Ein Widerspruch? Nein ich denke nicht. Hat der Nightcap noch einen gewissen Orient-Anteil, kommt der H16 gänzlich ohne diesen aus, hier übernimmt nur der Latakia mit seiner feinen Milde das Umschmeicheln der Zunge ohne bissig zu werden oder zusätzliche Würze hineinzubringen.

Fazit:

Es ist schade, daß ich den H16 solange nicht in meiner Tabakbar hatte, aber ich bin sicher im Zuge der Ermangelung von den guten alten Dunhill-Mischungen wird er ab sofort einen festen Platz in meinem Tabakregal haben. Er ist ein Tabak den man sowohl nebenher rauchen als auch ausserordentlich genießen kann und das müssen ihm erstmal einige Kollegen auf dem Markt nachmachen. Meine Empfehlung hat er und jeder der gerne englisch raucht, sollte mal ein Döschen versuchen.

(Stephan Beeck, 14.11.2009)